Statements der Hausbewohner

Denise S.: “Ich habe als Studentin schon einmal im Bezirk gewohnt. Für mich war es wie nach Hause kommen, als mein Mann und ich 2008 hierher gezogen sind. Unsere Tochter ist hier geboren und letzten Sommer eingeschult worden. Natürlich wollen wir bleiben.”

Dr. Alfred P.: “Wir wohnen im Haus seit Anfang 1980. Unsere vier Kinder sind hier aufgewachsen und zwei wohnen jetzt in unmittelbarere Nähe. Der überwiegende Teil unseres Bekanntenkreises ist in den vergangen 40 Jahren hier entstanden. Wir sind mit diesem Kiez vielfältig verwachsen. Natürlich wollen wir bleiben.”

Patrick V.: “Berlin ist auch besonders, weil es lebenswerte und überschaubare Kieze gibt. Wir leben in Moabit seit 2007 mit großartigen Nachbarn. Wir würden hier gerne auch unsere “alten Tage”, ohne Furcht vor Verdrängung aktiv erleben. “Milieuschutz” sollte keine Worthülse sein.”

Sarah S.: “Vor 5 Jahren hat uns nicht nur unsere Hausgemeinschaft, sondern der ganze Kiez mit offenen Armen empfangen – die Nachbarn schleppen ungefragt Kisten und laden zum jährlichen Hoffest, die Dame vom Kiosk empfiehlt den vertrauenswürdigsten Schneider und die richtige Hebamme findet man in der Schlange beim Bäcker. Unsere Tochter ist hier geboren. Mittlerweile holt sie sich nachmittags bei den Nachbarn nebenan einen Keks und schläft am Abend zum Klavierspiel aus der Wohnung über uns ein. Wir sind hier zuhause. Natürlich wollen wir bleiben.“

Cornelia S.: “Ich lebe und arbeite in Moabit, meinem Lieblingskiez.. Als Goldschmiedin und Designerin siedelte ich vor 15 Jahren das Handwerk in der Oldenburger Straße an. Viele Ausstellungen und Veranstaltungen fanden in dieser Zeit statt. Ich kann es nicht fassen, wenn sich mein Engagement der letzten 15 Jahren in Luft auflöst. Und ich kann es nicht ertragen, dass all die tollen Nachbarn im Haus in Not geraten könnten…!”

Heidrun S.: „Ich lebe seit 1996 in Moabit hier in diesem Haus, in dem nachbarschaftliche Unterstützung eine Selbstverständlichkeit ist. Dass wir Nachbarn auch in einer kritischen Situation wie dieser uns gemeinsam für den Erhalt unserer Hausgemeinschaft einsetzen, tut richtig gut.“

René W. und Paule K.: “Unsere Verdrängung in 1990 (pikanterweise auch durch Eigenbedarf!) aus Charlottenburg nach Moabit war nur sehr kurzfristig etwas gewöhnungsbedürftig. Heute sind wir (beide Ausländer) mehr als glücklich, in diesem bunt gemischten Bezirk, und eingebettet in eine relativ kleine und deswegen wahrscheinlich umso herzlichere Hausgemeinschaft, leben zu dürfen. Für uns, als inzwischen (jahrgangsmäßig) älteste Mieter,  haben sich hier im Haus echte Freundschaften entwickelt. Auch deshalb käme die Zerschlagung dieser Hausgemeinschaft und der voraussichtlichen Entwurzelung aus dem Kiez einem Sturz ins Schwarze Loch gleich. Aber wir haben Hoffnung!”

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